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Rosso und Brunello di Montalcino

Veranstaltung

Titel:
Rosso und Brunello di Montalcino
Wann:
Fr, 22. November 2019, 19:00 h - 23:00 h
Wo:
Hotel Schwärzler - Bregenz,
Kategorie:
Verkostung
Autor
christof

Beschreibung

Rosso und Brunello di Montalcino

Neben dem Barolo gehört der Brunello aus dem mittelalterlich geprägten Städtchen Montalcino (knapp 6.000 Einwohner, 9 kleinere Ortsteile auf einer Fläche von 243 km² verstreut) im Süden der Toskana zu den berühmten und besten Weinen Italiens. In der Region um Montalcino gibt es schon seit den Etruskern Weinbau, bis zur Erfindung des Brunellos in der 2. Hälfte des 19. Jh. war aber der süße Moscatello (weißer Muscat) vorherrschend.
Clemente Santi (1795-1885) begann in den 1840er Jahren mit einer lokalen Rotweinrebe zu experimenten, die zu den ersten reinen Rotweinen (also ohne Vermischung von Wein aus weißen Rebsorten) aus der Gegend führte. Die Rebsorte hieß Sangiovese, der Klon Sangiovese Grosso, in Montalcino Brunello genannt. Erstmals dokumentiert ist der Name Brunello im Jahr 1869, als Wein auf einer Messe in Montalcino, bei der Clemente Santi zwei Silbermedaillen für seinen "vino rosso scelto (brunello)" aus 1865 gewann. Es war aber seinem genauso talentierten und tüchtigen Enkel Ferruccio Biondi Santi (heiratete in die Biondi Familie ein und führte dann beide Namen) auf dem vom Großvater geerbten Gut Il Greppo vorbehalten, auf Basis einer Selektion des besten Rebmaterials, von Versuchen zur besten Reberziehung des Sangiovese Grosso und einem längeren Ausbau in großen Eichenfässern nach Vorbild der Erzeugung von Barolo einen ganz besonderen Wein, der dann Brunello di Montalcino benannt wurde, zu erzeugen. Der erste Jahrgang war der 1888er (aus dem auf Il Greppo damals selektionierten besonderen Sangiovese-Klon BBS11 - Brunello Biondi Santi 11), den das italienische Landwirtschaftsministerium 1982 auch offiziell als Geburt des Brunello di Montalcino und Dr. Ferruccio Biondi Santi quasi als sein Erfinder festgestellt hat. Von diesem Wein (einer Riserva) gibt es immer noch Flaschen im Keller von Biondi Santi (und der Wein ist angeblich noch hervorragend).
1966 erhielt der Brunello di Montalcino als eine von 8 Regionen Italiens den DOC-Status. Daraufhin erfolgte die Gründung des "Consortio del Vino Brunello di Montalcino", dem praktisch alle Produzenten angehören (aktuell rd. 250; 203 füllen auch selbst ab). Am 1. Juli 1980 erfolgte der DOCG-Status mit strengen Regeln für Erzeugung und Ausbau. 
Von den heute rd. 3.500 ha Weinbergsflächen in Montalcino wird auf rd. 2.100 ha Brunello und auf rd. 510 ha Rosso di Montalcino angebaut. Die DOC/G-Regelungen geben vor, dass Brunello und Rosso nur reinsortig aus Sangiovese Grosso bestehen dürfen. Es gab nach dem Weinskandal 2008 in Montalcino ("Brunellopoli" oder "Brunellogate"), als die Behörden Millionen Liter Wein von bekannten Kellereien (u.a. Castello Banfi, Argiano,...) wegen vermehrter Verdachtsmomente (begann schon Jahre davor) beschlagnahmten, da dieser mit anderen Rebsorten vermischt worden sein soll. Es kam im April 2008 zu Diskussionen im Konsortium mit dem erfreulichen Ergebnis, dass 97% der Produzenten für die Beibehaltung der Reinsortigkeit des Brunello (nur Sangiovese) stimmten.
2017 wurden rd. 69.300 hl Brunello geerntet, womit 2022 etwa 11,3 Mio. Flaschen Brunello auf den Markt kommen werden. Diese Zahl ist interessant, denn noch 1990 wurden "nur" etwa 2 Mio. Flaschen Brunello erzeugt. Die Gebietsausweitungen und die Pflanzdichte (heute werden hier rd. 5.500 Stöcke pro Hektar als ideal angesehen) haben zu diesem enormen Zuwachs geführt, weil die Nachfrage (v.a. aus den USA) sehr stark war und (trotz des Skandals) nunmehr wieder ist. Aber auch die Rückkehr zur Tradition verbunden mit besserem Know-how der Winzer ließ die Weinqualität in den letzten Jahren (und leider auch die Preise) nach oben schnellen.
Da es im relativ kleinen Montalcino jedoch sehr unterschiedliche Böden und Mikroklimata gibt, ergeben die paar überwiegend in Verwendung befindlichen Sangiovese Grosso Klone recht unterschiedliche Weine, die natürlich auch vom Stil der Winzer beeinflusst sind - somit ist der Brunello alles andere als ein einheitlicher Wein trotz der kleinen Appellation.
Zur Verkostung gelangen 12 verschiedene Rosso- und Brunello-Weine (letztere überwiegen) aus fast zwei Jahrzehnten von ausgesuchten traditionell arbeitenden Winzern, die sich über ihre produzierten hohen Weinqualitäten zurecht einen Namen gemacht haben.

 

 


Veranstaltungsort

Standort:
Hotel Schwärzler - Webseite
Straße:
Landstraße 9
Postleitzahl:
6900
Stadt:
Bregenz
Land:
Austria

Beschreibung

Webseite: www.schwärzler.s-hotels.com